Das Texas Rig ist eines meiner fünf wichtigsten Finesse-Montagen überhaupt. Richtig präsentiert kann man so manchen Schneidertag am Wasser mit dem T-Rig entkommen. Hier findest Du alle Infos zum Texas Rig – von einer ausführlichen Montage-Anleitung bis hin zu wertvollen Tipps und Tricks zum T-Rig …

Texas Rig – Finesse Montage zum Angeln

Beim Finesse-Fischen ist das Texas Rig oft meine erste Wahl wenn es darum geht, vom Ufer aus – also ohne Hilfe eines Echolots – einen schnellen und zuverlässigen Überblick über die Bodenstruktur eines Gewässers zu bekommen. Ob sandig, kiesig, schlammig oder verkrautet – mit dem Texas Rig kann ich die Beschaffenheit des Untergrunds mit wenigen Würfen erfassen und so interessante Stellen wie Barschberge, Kanten, versunkene Bäume und angesammeltes Geäst – die sogenannten „Brush Piles“ – ausfindig machen. Parallel dazu verwende ich das T-Rig auch, um mir eine ungefähre Vorstellung der Gewässertiefe zu verschaffen. Kurze Absinkphasen deuten auf Flachwasser, lange hingegen auf tiefere Bereiche oder Kanten hin.

Tipp: Fische lieben Struktur, PUNKT. Wer die Unterstände von Barsch, Zander und Co. findet, bleibt nicht lange ohne den gewünschten Erfolg.

So baust Du Dein Texas Rig selbst

Texas-Rig-Bullet-Weight

Schritt 1: Bullet Weight für den Einsatz am Texas Rig aufziehen

  • Ziehe als erstes beim Bau Deines Texas Rigs ein Bullet Weight (spezielles Blei für Texas – und Finesse-Rigs) auf Dein Vorfach auf, indem Du das Vorfachende durch das Loch auf der spitzen Seite des Bleis schiebst.

Texas-Rig-Finesse-Montage

Texas Rig-Anleitung – Schritt 2: Jetzt wird die Glasperle auf die Schnur gezogen

  • Nun wird eine (optionale) Glasperle auf das Texas Rig-Vorfach aufgefädelt. Die Perle muss aus Glas sein, ansonsten fehlt das typische “Klackgeräusch“, wenn das Bullet Weight auf die Glasperle trifft.

Texas-Rig-Montage-Anleitung

Alle guten Dinge sind drei: Nach der Glasperle wird ein Gummistopper am Texas Rig aufgefädelt

  • Der Gummistopper verhindert, dass das Blei die Perle auf oder gegen den Knoten schiebt und möglicherweise beschädigt.

Texas-Rig-Montage

Texas Rig Schritt 4: Als nächstes wird der Haken am T-Rig angebunden

  • Nun wird ein Worm- oder Offset-Haken angeknotet. Deine Montage sollte jetzt wie oben auf dem Bild aussehen.

Texas-Rig-Montage

Texas Rig Montage – Schritt 5: Jetzt wird der Köder am T-Rig aufgezogen

  • Die Hakenspitze wird langsam und mittig in den Plastikköder eingeführt (je nach Köder ca. 5 bis 10mm).

Texas-Rig-Montageanleitung

Texas Rig Montage: Schritt 6

  • Drehe nun den Haken so, dass die Hakenspitze unten aus dem Köder wieder austritt. Jetzt wird der Köder vorsichtig nach oben Richtung Hakenöse geschoben. Während Du den Köder Richtung Hakenöse schiebst, wird der Haken eine halbe Umdrehung um die eigene Achse gedreht.

Texas-Rig-Finesse Montage

Texas Rig Montage: Schritt 8

  • Lege den Haken seitlich am Köder an. So siehst Du die Stelle, wo der Haken eindringen- und wieder austreten muss. Der Köder sollte gerade am Haken sitzen – ohne “Buckel“ oder “Krümmung“.

Texas-Rig-Finesse-Montage-Anleitung

Texas Rig Montage: Schritt 9

  • Schiebe die Hakenspitze an der entsprechenden Stelle vorsichtig durch den Köder.

Texas-Rig-Montage

Texas Rig Finesse Montage: So sieht das fertige T-Rig aus (weedless)

  • Fertig! Um die Montage “weedless“, sprich hängerfrei zu machen, bleibt die Hakenspitze im Köder versenkt – tritt also entweder nicht wieder heraus oder wird nach dem Austreten im Rücken des Köders wieder “versenkt“  (roter Kreis auf dem Bild).

Keine Macht den Hängern

Texas-Rig-Montage

Beim T-Rig kommen in der Regel spezielle Offset- oder Worm-Haken zum Einsatz. Das tolle daran: Im Gegensatz zur herkömmlichen Jig-Methode fischt man mit dem Texas Rig nahezu Hängerfrei, da der Köder so aufgezogen wird, dass die nadelscharfe Hakenspitze im Köder verborgen bleibt. Somit haben Hänger kaum eine Chance und man kann nicht nur dicht AN, sondern auch direkt IN Hindernissen und Unterständen angeln – genau dort, wo sich oft ein Kapitaler aufhält.

Punch it – die Finesse-Faust fürs Kraut

Barschangeln-mit-Texas-Rig

Ob zum Jagen oder auf der Suche nach einem schattigen Unterstand – gerade in den Frühlings- und Sommermonaten, wenn Seerosen und Algen anfangen zu gedeihen, ziehen Bereiche mit starkem Pflanzenbewuchs die Fische magisch an. Um diese Bereiche effektiv nach Räubern abzusuchen, setze ich auch hier mit Erfolg das Texas Rig ein. Mit ein bisschen mehr Bebleiung ausgestattet wird das T-Rig direkt über die gewünschte Stelle hoch in die Luft befördert. Wie eine Art Finesse-Faust bahnt sich die Montage beim Auftreffen ihren Weg durchs Kraut – ein wahrlich durchschlagendes Ergebnis! Langsam gekurbelt und mit leichten Streichbewegungen der Rute wird die Montage vorsichtig durchs Kraut bewegt und gezupft. Vor allem Krautlöcher sollten beim „Texas Punching“ besonders beachtet werden. Ein kurzer Kurbelstopp lässt den Köder verführerisch Richtung Boden taumeln – eine lohnenswerte Pause, die nicht selten mit einem kräftigen Biss belohnt wird.

Die Texas Rig Zutaten

Texas-Rig-Zubehör

  • Fluorocarbon-Vorfach: Nahezu unsichtbar für den Fisch, Lichtbrechungsindex wasser-ähnlich
  • Worm- oder Offset-Haken: Genau richtig um den Köder “weedless“ anzubieten
  • Glasperle (optional): Lockwirkung, vor allem bei trübem Wasser oder Kraut
  • Bullet Weight: Verleiht dem Texas Rig ausreichend Gewicht
  • Gummistopper 2x (optional): Verhindert, das das Bullet Weight am Vorfach hoch und runter rutscht
  • Einen Geeigneten Köder: Die vermeintlich “leichte“ Beute für den Räuber

Tipp: Die Verwendung einer Glasperle empfiehlt sich besonders dann, wenn das Gewässer stark verkrautet oder trüb ist. Das Aufeinandertreffen von Glasperle und Bullet Weight verursacht ein deutliches “Klacken“, was unter den oben genannten Bedingungen die Räuber neugierig macht und zielsicher zum Köder lockt. In sehr klaren Gewässern mit viel Angeldruck kann das Klack-Geräusch das Gegenteil bewirken und die Fische eher abschrecken. Hier empfiehlt es sich auf die Glasperle ganz zu verzichten.

Die Vorteile des Texas Rig

Texas-Rig-Montage

  • Geeignet als “Such“-Montage (Search-Rig), um größere Flächen abzusuchen
  • Gibt Feedback über die Bodenbeschaffenheit des Gewässers
  • Spricht überwiegend aktive und bodennahe Fische an
  • Kann bei Kraut als “Punch“-Rig eingesetzt werden
  • Lässt sich präziser als das Carolina Rig werfen, da Köder und Gewicht dichter zusammenliegen
  • Bisse werden mit dem T-Rig besser erkannt

Den Anhieb richtig setzen

Sean-Perez

Mit der Zeit wirst Du den Anhieb instinktiv richtig setzen, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen.

Du bist mit dem Texas Rig am Wasser, machst ein paar Würfe und – bäääm ­­– nach kurzer Zeit gibt es den ersten Einschlag in der Rute. Jetzt geht es darum, den Anhieb richtig zu setzen. Beim Biss sollten zwei Sachen simultan passieren:

  • Die Rute wird schnell Richtung Wasser nach unten gesenkt
  • Gleichzeitig wird die los Schnur aufgekurbelt und auf Spannung gebracht

Anschließend wird ein entschlossener Anhieb gesetzt. Nicht vergessen: Übung macht den Meister. Mit der Zeit wirst Du den Anhieb instinktiv richtig setzen, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Wenn Du alles richtig machst, wirst Du Dich nach einem spannenden Drill über Deinen ersten Texas-Räuber freuen können!

Biss ist nicht gleich Biss

Texas-Rig-Montage

Die Bisse der Kapitalen fühlen sich “anders“ an als die Bisse kleinerer Exemplare

Wer die Geschwindigkeit beim Finesse-Fischen drosselt, hat oft die Chance auf größere Fische. Es gibt Tage, da sprechen die Kapitalen auf schnell und aggressiv geführte Köder besser an, doch nach vielen Stunden am Wasser mit dem Texas Rig kann ich sagen, dass mir eine etwas langsamere Führung oft die besseren Fische gebracht hat. Große Fische neigen dazu, den Köder einfach einzusaugen, ohne sofort mit ihm abzuziehen – und der Biss fühlt sich oft wie ein trockener, stumpfer “Tock“ an. Kleinere Fische hingegen neigen in der Regel dazu, den Köder (mehrfach) zu attackieren oder nachzufassen und blitzschnell mit ihm abzudrehen, was sich wie ein mehrfaches und leichtes “Zittern“ in der Rute anfühlen kann. Langsamere Führung = mehr Tock, weniger Zittern.    

Die häufigsten Fehler beim Fischen mit dem Texas Rig

  1. Die Rute wird beim Führen der Montage zu weit nach unten gehalten
  2. Die Montage wird zu “schnell“ geführt
  3. Zu große und stumpfe Angelhaken werden verwendet
  4. Der Anhieb wird falsch oder zu spät gesetzt

Das Texpose Rig – eine Variante MIT Haken

Texpose-Rig

Im Grunde ist das Texpose Rig (kommt vom englischen Wort „to expose“ = „etwas freilegen“) nur eine Abwandlung des klassischen Texas Rigs. Der Unterschied liegt einzig und allein im Haken, der – anders als beim T-Rig – nicht im Köder versteckt wird, sondern komplett frei liegt. Nachteil: Die Montage eignet sich überwiegend für hänger- und krautlose Gewässer. Vorteil: Beim Anhieb dringt der Haken sofort ins Fischmaul, was die Anzahl der Fehlbisse reduzieren kann.

Tipp: In Verbindung mit einem Wacky-Haken und Gummiwurm ist das Texpose Rig eine absolute Geheimwaffe für große Barsche!

Das könnte Dich auch interessieren:

Wacky Rig: Finesse-Montage für den Forellensee

Fangen mit Finesse: Spannende Bilder in der Bildergalerie

Finesse-Seminare – Tipps und Tricks für mehr Erfolg

Das Tackle aus dem Bericht

Hier findest Du die Baits direkt aus dem Bericht – und weiteres, ergänzendes Tackle für Deinen Fangerfolg. Also, wenn Du dicke Barsche mit dem Texas Rig fangen willst, empfehlen wir Dir folgende und in der Praxis bewährten Produkte: